beobachten und lernen

Wer kommt schon nicht ab und zu in eine Situation, in der er sich fragt: „warum passiert das ausgerechnet mir (schon wieder)?“. Jeder wäre gerne permanent glücklich und schmerzfrei.

Ich glaube, wir stellen uns die falschen Fragen.

Sobald wir mit einer Situation konfrontiert werden, welche uns Unbehagen bereitet, gehen wir in die Defensive und auf Abwehrhaltung oder geben Widerstand und versuchen, auf diese Weise die Situation abzuwehren. Doch es ist zu spät, die Situation ist bereits eingetroffen.

Wie wäre es, wenn wir die Situation einfach annehmen würden, wenn wir uns ihr hingeben würden? Wir würden in der Mitte dieses „Unbehagens“ stehen und könnten es beobachten. Wir hätten unsere Energie noch nicht mit dem Abwehren der Situation verschwendet und würden uns nicht überfahren fühlen. Wir könnten die Rolle des Beobachters übernehmen und die Situation in aller Ruhe durchdenken. Wir könnten die beste Lösung für das Problem suchen und bei der Problemlösung etwas lernen.

Auf diese Weise würde uns bewusst, mit welchen Mechanismen wir normalerweise auf Konfrontation reagieren und weshalb uns immer wieder dasselbe passieren muss (weil wir nicht wahrnehmen und hinsehen und folglich auch nicht lernen).

Es ist eigentlich ganz einfach und doch sind wir so programmiert, dass wir immer den schwierigen Weg gehen wollen. Statt bei der Konfrontation ruhig zu bleiben und diese zuzulassen setzen wir sofort zum Widerstand und Kampf an. Wir haben es so gelernt. Wir haben das Gefühl, es sei eine Stärke von uns, kämpfen zu können. Doch weshalb sind wir nach dem Kampf und Widerstand immer so ausgelaugt und unbefriedigt? Und oft verfallen wir wenn es nicht so läuft, wie wir es möchten, auch noch in eine Trotzreaktion.

Machen Sie doch mal das Experiment, es wird Sie bereichern: Wenn Sie konfrontiert werden, bleiben Sie ruhig und lassen es zu. Werden Sie zum Beobachter. Fühlen Sie in sich hinein. Was macht die Situation mit mir? Was würde ich gewohnheitsmässig jetzt tun? Was fühle ich? Die Situation im Aussen löst sich mangels Widerstand sehr schnell wieder auf. Werden Sie von einem Mitmenschen konfrontiert, so bekommt er nicht das, was er suchte und wird schnell das Interesse verlieren, hier weiter zu machen. Sie können sich also ganz auf sich selber konzentrieren und lernen; sich selber kennenlernen.

Tatsache ist, Ihre Mitmenschen können mit Ihnen nur die Spiele spielen, bei denen Sie auch mitmachen. Konfrontationen kommen nur dadurch zustande, dass einer herausfordert und der andere Widerstand leistet. Sonst fällt die Konfrontation in sich zusammen.

Weshalb spielen Sie ständig mit und fragen sich dann, weshalb gerade Ihnen das passieren muss?